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ein Hemmstoff der Neuraminidase zur Behandlung der Influenza A und B Originaltext aus ZCT 06-1999 ![]() Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Antivirale Wirkung Strukturformel
Zanamavir
Applikation
und pharmakokinetische Eigenschaften Zanamivir wird nach oraler Gabe
nur minimal und in
variablem Ausmaß
resorbiert (1 bis 5 %). Nach Inhalation ist die Resorption höher
(10
bis
20 %), doch ist die antivirale Wirkung nach dieser Applikationsart
nicht
systemisch, sondern überwiegend durch die lokal an den
Schleimhäuten
der
Atemwege erzielten Konzentrationen bedingt. Der hauptsächliche Depositionsort ist der Oropharynx (ca. dreiviertel der Dosis), die Deposition in der Lunge liegt im Bereich von 10 bei 20 % einer Dosis. Zanamivir wird unverändert renal ausgeschieden und nicht metabolisiert. Die Eliminationshalbwertzeit liegt zwischen 2,6 und fünf Stunden, bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich.1,3,4 Klinische Wirksamkeit Die Ergebnisse der Studien lassen sich wie folgt zusammenfassen: inhaliertes Zanamivir bessert die Symptomatik und reduziert die Dauer der Erkrankung um etwa ein bis zwei Tage. Der Unterschied im Vergleich zu Placebo ist statistisch signifikant. Drei Tatsachen schränken jedoch den Nutzen der Therapie erheblich ein: Die Mehrzahl der viralen Infektionen des Respirationstraktes wird nicht durch Influenza-Viren, sondern durch andere Erreger hervorgerufen (Parainfluenza-, Rhino-, Corona- und andere Viren). Bei diesen Infektionen ("grippaler Infekt") ist das Medikament nicht wirksam. Bei Patienten mit relativ milden Verläufen einer Influenza (kein Fieber!) war ein therapeutischer Nutzen nicht nachweisbar. Mit einer Wirkung kann nur gerechnet werden, wenn die Behandlung innerhalb kurzer Zeit nach Beginn der Symptomatik beginnt. Bereits vor zwei Jahren wurde auf diese wichtigen Einschränkungen hingewiesen. In einer großen Studie war bei Patienten ohne Fieber die Krankheitsdauer nicht reduziert (5,5 vs. 5,5 Tage) und auch bei einem Behandlungsbeginn später als 30 Stunden nach Einsetzen der Symptomatik war kein Nutzen im Vergleich zu Placebo erkennbar (Krankeitsdauer 5,5 vs. 5,8 Tage). Wir hatten bereits in einem früheren Beitrag in dieser Zeitschrift diese Zusammenhänge diskutiert (vgl. ZCT 12-14, 1998; auf Anforderung bei der Redaktion erhältlich). Angesichts der eindeutigen Resultate der klinischen Studien muß die in den Informationen des Herstellers angegebene Zeitgrenze von 48 Stunden als sehr "großzügig" angesehen werden.5 Unerwünschte Wirkungen, Interaktionen ZUSAMMENFASSUNG
1. DUNN CJ, GOA KL. Zanamivir: a review of its use in influenza. Drugs. 1999 Oct;58(4):761-84. 2. VON ITZSTEIN M, WU WY et al. Rational design of potent sialidase-based inhibitors of influenza virus replication. Nature. 1993 Jun 3;363(6428):418-23. 3. CASS LM, EFTHYMIOPOULOS C et al. Pharmacokinetics of zanamivir after intravenous, oral, inhaled or intranasal administration to healthy volunteers. Clin Pharmacokinet. 1999;36 Suppl 1:1-11. 4. CASS LM, BROWN J et al. Pharmacoscintigraphic evaluation of lung deposition of inhaled zanamivir in healthy volunteers. Clin Pharmacokinet. 1999;36 Suppl 1:21-31. 5. Fachinformation (SPC) Relenza, GlaxoWellcome, Bad Oldesloe (US-Prescribing Information) Aktuelle Ergänzungen (Dezember 2009) Seit der Erstellung und Veröffentlichung dieses Artikels in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 6, 1999) sind zahlreiche weitere Arbeiten über Zanamivir publiziert worden. Insbesondere soll an dieser Stelle auf die folgenden Arbeiten hingewiesen werden: 1. MOSCONA A. Neuraminidase inhibitors for influenza. N Engl J Med. 2005 Sep 29;353(13):1363-73. 2. ISON MG. Influenza in hospitalized adults: gaining insight into a significant problem. J Infect Dis. 2009 Aug 15;200(4):485-8. 3. LEE N, CHAN PK et al. Viral loads and duration of viral shedding in adult patients hospitalized with influenza. J Infect Dis. 2009 Aug 15;200(4):492-500.
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