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ein Prodrug zur oralen Therapie der Cytomegalie-Retinitis Unveränderter Text aus ZCT Heft 2, 2003 ![]() Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Ganciclovir
(CYMEVENE)
weist in vitro eine hohe Aktivität gegen Cytomegalie-Viren (CMV)
auf:
die IC50 (halbmaximale Hemmkonzentration) liegt bei 0,08 bis 14
µM (=
3,5
mg/l). Auch im klinischen Einsatz hat sich das Virustatikum bei der
Behandlung
von Infektionen durch das Cytomegalie-Virus bewährt. Allerdings
können
bei chronischer Anwendung resistente Viren auftreten. Bei diesen
Mutanten
erfolgt keine Umwandlung in Ganciclovir-Monophosphat (Veränderung
in der viralen Kinase) oder das virale Polymerasegen ist verändert.
Als Nachteil von Ganciclovir muss die geringe Bioverfügbarkeit angesehen werden: nur etwa 6% einer oral gegebenen Ganciclovir-Dosis werden vom Magen-Darm-Trakt resorbiert. Damit verbunden ist eine große Variabilität der Plasmaspiegel und eine bessere Bioverfügbarkeit ist daher wünschenswert. Durch die Entwicklung von Valganciclovir (VALCYTE) konnte dieses Ziel erreicht werden.1 Pharmakokinetische Eigenschaften
Valganciclovir ist der
L-Valinester von
Ganciclovir.
Eine
entsprechende Änderung des Moleküls führte bereits bei
Aciclovir
(div. Handelsnamen) zu dem besser resorbierbaren Valaciclovir
(VALTREX).
Auch bei Ganciclovir konnte durch die Veresterung eine deutliche
Steigerung
der Bioverfügbarkeit erreicht werden. Das Prodrug wird nach oraler
Gabe gut resorbiert, die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 60%;
in
der Darmwand und der Leber wird aus dem Ester rasch Ganciclovir
freigesetzt.
Die resultierenden Konzentrationen sind mit denen nach
intravenöser
Gabe vergleichbar, wie bei HIV-Patienten festgestellt wurde: die
AUC-Werte
von Ganciclovir lagen nach zweimal täglicher Infusion von 5 mg/kg
bei 28,6 +/- 9 mg x h / l im Vergleich zu 32,8 +/- 10,1 mg x h / l nach
oraler Gabe von zweimal täglich 900 mg Valganciclovir. 1,2
Die
Bioverfügbarkeit der Substanz wird
bei
gleichzeitiger
Einnahme mit einer Mahlzeit um etwa ein Drittel erhöht,
gleichzeitig
nimmt die interindividuelle Variabilität der Resorption ab. Es
wird
daher empfohlen, das Medikament zusammen mit einer Mahlzeit
einzunehmen.
Zur Initialtherapie bei Patienten mit CMV-Retinitis sollen 900 mg
Valganciclovir
drei Wochen lang zweimal täglich genommen werden, während der
Erhaltungstherapie erfolgt dann die Einnahme in der gleichen Dosierung
nur einmal täglich. Bei Verschlechterung der Retinitis kann die
Initialtherapie
wiederholt werden, eine mögliche Resistenzentwicklung der Erreger
muss jedoch in dieser Situation ebenfalls in Betracht gezogen werden.2,3
Dosierung
bei Niereninsuffizienz
Klinische
Studien
Toxizität
ZUSAMMENFASSUNG
Valganciclovir (VALCYTE) ist ein Prodrug von Ganciclovir (CYMEVEN) mit guter Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe. Es wird zur Behandlung der CMV-Retinitis bei HIV-Patienten angewandt. Die orale Therapie entspricht hinsichtlich der Wirksamkeit der intravenösen Behandlung mit Ganciclovir. Die Resistenzentwicklung der Viren bei chronischer Gabe und die zum Teil schwerwiegenden, lebensbedrohlichen unerwünschten Wirkungen machen deutlich, dass die Therapie der CMV-Retinitis durch Valganciclovir zwar einfacher geworden ist, aber die grundsätzlichen Probleme der Therapie unverändert weiter bestehen. 1. Fachinformation
VALCYTE, Hoffmann-La Roche AG, Grenzach-Wyhlen,
Mai 2002
2. CURRAN M, NOBLE S. Valganciclovir. Drugs. 2001;61(8):1145-50. 3. COCOHOBA JM, MCNICICHOLL IR. Valganciclovir: an advance in cytomegalovirus therapeutics. Ann Pharmacother. 2002 Jun;36(6):1075-9. 4. CZOCK D, SSCHOLLE C et al. Pharmacokinetics of valganciclovir and ganciclovir in renal impairment. Clin Pharmacol Ther. 2002 Aug;72(2):142-50. 5. MARTIN DF, SIERRA-MADERO J et al. A controlled trial of valganciclovir as induction therapy for cytomegalovirus retinitis. N Engl J Med. 2002 Apr 11;346(15):1119-26. Dosierung von Valganciclovir bei Niereninsuffizienz
Aktuelle Ergänzungen (September 2007) Seit der Erstellung
und Veröffentlichung dieses Artikels
in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 2, 2003) sind
zahlreiche
weitere Arbeiten über Valganciclovir publiziert worden.
Insbesondere
soll an dieser Stelle auf die folgende Arbeit hingewiesen werden: 1. BIRON
KK.
Antiviral drugs for cytomegalovirus diseases. |
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