
ein Kombinationspräparat aus Piperacillin und Tazobactam Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes
ß-Laktamasehemmung
Pharmakokinetik
Beide ß-Laktamverbindungen werden kaum metabolisiert und überwiegend unverändert über die Niere ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Ausscheidung beider Stoffe in ähnlichem Maße verzögert und die Dosis muß reduziert werden. Bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate von 18 ml/min wird die Einzeldosis zum Beispiel nur einmal täglich verabreicht. Bei einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz muß die Tagesdosis weiter reduziert werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Klinische Anwendung Bisher liegen nur wenige Vergleichsstudien zwischen TAZOBAC und anderen Antibiotika vor. In einer randomisierten Untersuchung an 113 Patienten wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von TAZOBAC und Imipenem/Cilastatin (ZIENAM) bei Patienten mit abdominellen Infektionen miteinander vergleichen.2 Das neue Präparat war in einer Dosierung von dreimal täglich 4,0 g Piperacillin signifikant besser wirksam, doch muß kritisch angemerkt werden, daß die Vergleichssubstanz recht niedrig dosiert wurde (dreimal täglich 500 mg Imipenem). Es ist daher bisher lediglich die Aussage gerechtfertigt, daß beide Behandlungsregime bei abdominellen Infektionen in Frage kommen - eine eindeutige Überlegenheit der Penicillin-Inhibitor-Kombination kann aufgrund dieser Studie nicht als gesichert gelten. Hinsichtlich der Verträglichkeit ergeben sich weder aus dieser Studie noch aus den Daten der klinischen Prüfung des neuen Medikamentes Auffälligkeiten. Es wurden die üblichen unerwünschten Reaktionen beobachtet, die nach Gabe von ß-Laktamverbindungen zu erwarten sind (gastrointestinale Störungen, z.B. Übelkeit, Durchfall oder Hautreaktionen).
ZUSAMMENFASSUNG Das Präparat TAZOBAC ist eine fixe Kombination von Piperacillin (PIPRIL) mit dem neuen ß-Laktamaseinhibitor Tazobactam (als Monosubstanz nicht im Handel). Das Spektrum des Penicillins wird durch den Kombinationspartner erweitert: Zahlreiche ß-laktamasebildende Bakterien können mit der Kombination erfaßt werden. Pharmakokinetisch verhalten sich beide Substanzen sehr ähnlich. Da sie überwiegend renal eliminiert werden, muß die Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz reduziert werden. Das Präparat ist in Deutschland nur zur Behandlung von Abdominalinfektionen und einigen anderen, außerhalb des Krankenhauses erworbenen Infektionen zugelassen. Dabei stellt es eine Alternative zu anderen, länger bekannten Präparaten dar. Eine Überlegenheit gegenüber anderen Antibiotika konnte bisher nicht eindeutig belegt werden.
1. Einführungsbroschüre des Herstellers
(Lederle, Wolfratshausen)
1. SANDERS
WE Jr, SANDERS CC. Piperacillin/tazobactam:
a critical review of the evolving clinical
literature. Clin Infect Dis. 1996 Jan;22(1):107-23. 2. SCHOONOVER LL, OCCHIPINTI DJ et al. Piperacillin/tazobactam: a new beta-lactam/beta-lactamase inhibitor combination. Ann Pharmacother. 1995 May;29(5):501-14. 3. BRYSON HM, BROGDEN RN. Piperacillin/tazobactam. A review of its antibacterial activity, pharmacokinetic properties and therapeutic potential. Drugs. 1994 Mar;47(3):506-35. 4. HART SM, BAILEY EM. A practical look at the clinical usefulness of the beta-lactam/beta-lactamase inhibitor combinations. Ann Pharmacother. 1996 Oct;30(10):1130-40. PERRY CM, MARKHAM A. Piperacillin/tazobactam: an updated review of its use in the treatment of bacterial infections. Drugs. 1999 May;57(5):805-43. HOLZHEIMER RG, DRALLE H. Antibiotic therapy in intra-abdominal infections--a review on randomised clinical trials. Eur J Med Res. 2001 Jul 30;6(7):277-91. PLATSOUKA E, ZISSIS NP et al. Bacterial susceptibilities to piperacillin/tazobactam in a tertiary care hospital: 5-year review. J Chemother. 2003 Feb;15(1):27-30. BUCK C, BERTRAM N et al. Pharmacokinetics of piperacillin-tazobactam: intermittent dosing versus continuous infusion. Int J Antimicrob Agents. 2005 Jan;25(1):62-7. KOTAPATI S, KUTI JL et al. The clinical and economic benefits of administering piperacillin-tazobactam by continuous infusion. Intensive Crit Care Nurs. 2005 Apr;21(2):87-93. PAUL M, YAHAV D et al. Empirical antibiotic monotherapy for febrile neutropenia: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Antimicrob Chemother. 2006 Feb;57(2):176-89. LODISE TP Jr, LOMAESTRO B et al. Piperacillin-tazobactam for Pseudomonas aeruginosa infection: clinical implications of an extended-infusion dosing strategy. Clin Infect Dis. 2007 Feb 1;44(3):357-63.
|