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günstige Pharmakokinetik,aber hohes Interaktionspotential Unveränderter Text aus ZCT Heft 2, 1997 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes ![]() Strukturformel Ritonavir Antivirale Aktivität
Pharmakokinetik Arzneimittel-Interaktionen
Die AUC-Werte anderer Arzneimittel können bei gleichzeitiger Gabe von Ritonavir aber auch reduziert werden. Ritonavir erniedrigt zum Beispiel die AUC von Zidovudin um etwa 25%. Reduktionen um etwa 45% wurden mit Theophyllin (EUPHYLLIN u.a.) und mit Ethinylestradiol (PROGYNON C u. a.) beobachtet. Die Veränderungen der Kinetik des Sexualhormones sind von besonderer Bedeutung, da es in oralen Kontrazeptiva enthalten ist. Wenn solche Präparate genommen werden, muß die Dosis erhöht werden oder es müssen andere Methoden zur Empfängnisverhütung in Betracht gezogen werden. Cotrimoxazol (BACTRIM u. a.) ist eine Mischung aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol. Ritonavir verringert die AUC der Sulfonamidkomponente um etwa 20%, die AUC des Trimethoprims wird dagegen um etwa den gleichen Wert erhöht. Klinische Erfahrungen In einer umfangreichen Studie wurden mehr als 1000 Patienten in fortgeschrittenen Stadien der HIV-Infektion entweder mit Ritonavir in einer Dosierung von 2 x täglich 600 mg oder mit Placebo behandelt. Die Medikation wurde jeweils zusätzlich zu der bereits bestehenden antiretroviralen Therapie verabreicht. Nach etwa 6 Monaten (Medianwert) waren 4,8% der Patienten mit Ritonavir und 8,4% der Patienten in der Placebo-Gruppe verstorben. Der Unterschied ist statistisch signifikant und entspricht einer Reduktion des Risikos um 43%. Ähnlich war der Effekt des Proteasehemmstoffs auf die Häufigkeit der AIDS-definierenden Erkrankungen. Die Laborparameter "Anzahl der CD4-Zellen im Blut" und "Gehalt an Virus-RNA im Blut" zeigten positive Veränderungen. Auch bei bisher unbehandelten HIV-infizierten Patienten erwies sich Ritonavir (1200 mg / Tag) zum Beispiel in Kombination mit (600 mg/Tag) und Zalcitabin (HIVID; 2,25 mg/Tag) als wirksam. Die Anzahl der CD4-Zellen im Blut stieg nach einem Jahr von 170 / µl Blut auf etwa den doppelten Wert. Auch eine andere Dreifach-Kombination ist angewandt worden: nach einer viermonatigen Therapie mit Ritonavir, und Lamivudin (EPIVIR; 300 mg/Tag) konnte bei 11 von 12 Männern mit einer HIV-Infektion das Virus nicht mehr nachgewiesen werden. Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen sowie periorale und periphere Parästhesien wurden während der Behandlung mit Ritonavir als häufigste Nebenwirkungen beobachtet. Die Reaktionen veranlaßten 17% der Patienten, die Behandlung abzubrechen. Allerdings beendeten auch unter Placebo 6% der Patienten die Einnahme. Ferner wurden bei den Patienten relativ häufig Anstiege der Transaminasen und der Triglyceride beobachtet. Mehrere Fallberichte zeigen, daß Ritonavir offenbar durch Kristallurie und Steinbildung zu nephrotoxischen Reaktionen bis zum Nierenversagen führen kann.4,5 Da zu Beginn der Therapie relativ hohe Serumspiegel auftreten können (Nebenwirkungen!), wird empfohlen, die Therapie mit niedrigeren Tagesdosen zu beginnen (2-mal 300 mg) und die Dosierung schrittweise innerhalb von 5 bis 10 Tagen bis zur Normdosis (2-mal 600 mg) zu steigern. NORVIR wird als Saft und in Form von Kapseln (zu 100 mg Wirkstoff) angeboten. Der Saft enthält 43% Ethanol. Ritonavir-haltige Arzneimittel müssen im Kühlschrank gelagert werden. ZUSAMMENFASSUNG 1.
LEA
AP, FAULDS D. Ritonavir.
Drugs. 1996 Oct;52(4):541-6. 2. MARKOWITZ M, SAAG M et al. A preliminary study of ritonavir, an inhibitor of HIV-1 protease, to treat HIV-1 infection. N Engl J Med. 1995 Dec 7;333(23):1534-9. 3. DANNER SA, CARR A et al. A short-term study of the safety, pharmacokinetics, and efficacy of ritonavir, an inhibitor of HIV-1 protease. European-Australian Collaborative Ritonavir Study Group. N Engl J Med. 1995 Dec 7;333(23):1528-33. 4. DUONG M, SGRO C et al. Renal failure after treatment with ritonavir. Lancet. 1996 Sep 7;348(9028):693. 5. CHUGH S, BIRD R et al. Ritonavir and renal failure. N Engl J Med. 1997 Jan 9;336(2):138.
KEMPF DJ, MARSH KC et al. Pharmacokinetic enhancement of inhibitors of the human immunodeficiency virus
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