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ein neues Antibiotikum zur Behandlung von Mycobacterium avium-intracellulare- und M. tuberculosis-Infektionen Unveränderter Text aus ZCT Heft 3, 1995 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Antibakterielle Eigenschaften
Pharmakokinetische Eigenschaften
Rifabutin verteilt sich gut in verschiedenen Geweben; in der Lunge und in neutrophilen Granulozyten bzw. Monozyten waren die intrazellulären Konzentrationen deutlich höher als im Plasma. Das Antibiotikum wird intensiv metabolisiert, mehr als 20 Metaboliten wurden bislang nachgewiesen. Wie Rifampicin induziert auch Rifabutin den eigenen Metabolismus, d.h. die AUC (Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve) ist nach Mehrfachgabe geringer als nach Einmalgabe. Die Elimination erfolgt sowohl über den Urin als auch über die Faeces. Aus dem Blut wird Rifabutin biphasisch eliminiert mit einer terminalen Halbwertzeit von etwa 38 Stunden. Interaktionen
Fluconazol (DIFLUCAN) und Clarithromycin (CYLLIND, KLACID) erhöhen die Rifabutinplasmaspiegel, während Zidovudin (RETROVIR) und Didanosin (VIDEX) keinen Einfluß auf die Rifabutinkinetik haben. Therapeutische Wirksamkeit
Die Behandlung von MAC-Infektionen bei AIDS-Patienten erfolgt im Rahmen einer Kombinationstherapie, die auf Substanzen wie Clofazimin (LAMPRENE, in Deutschland nicht im Handel), Isoniazid (ISOCID u.a.), Ethambutol (MYAMBUTOL u.a.), Clarithromycin, Chinolone, Rifampicin und Rifabutin zurückgreift. Keines der Therapieschemata ist bisher überzeugend, eine Dosierung von mindestens 450 mg Rifabutin/Tag scheint aber gewisse Erfolge zu zeigen. In der Kombinationsbehandlung von M. tuberculosis-Infektionen bietet Rifabutin keinen Vorteil gegenüber Rifampicin. In der Behandlung von multiresistenten M. tuberculosis-Stämmen zeigte eine Dosierung von 300 bis 450 mg/Tag bei einem Drittel der Erreger Erfolge. Unerwünschte Wirkungen
Es wurden auch Fälle von Uveitis unter Rifabutinbehandlung beobachtet; das Risiko scheint erhöht zu sein bei einer Kombinationsbehandlung zusammen mit Clarithromycin. ZUSAMMENFASSUNG Rifabutin (MYCOBUTIN) ist ein neues Ansamycinantibiotikum mit Ähnlichkeit zum Rifampicin (RIFA u.a.). Das antimikrobielle Spektrum umfaßt Mykobakterien, einschließlich des M. avium intracellulare-Komplexes, grampositive und - in geringem Maße - gramnegative Erreger. Die Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe ist gering, die Substanz induziert den eigenen Metabolismus und den anderer Arzneistoffe und kann so für viele Interaktionen verantwortlich sein. Eine gute Wirksamkeit konnte in der Prophylaxe von MAC-Infektionen beobachtet werden. Die Behandlungsmöglichkeiten von MAC-Infektionen und multiresistenten Tuberkuloseinfektionen werden durch die Einführung von Rifabutin etwas erweitert, bedürfen aber noch deutlicher Verbesserungen.
Seit der Erstellung und
Veröffentlichung
dieses Artikels
in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 3, 1995) sind
zahlreiche
weitere Arbeiten über Rifabutin publiziert worden. Insbesondere
soll
an dieser Stelle auf die folgenden Arbeiten hingewiesen werden:
1. DAUTZENBERG
B. The
use of rifabutin in Europe for the treatment of mycobacterial infection
in
AIDS
patients. Infection. 1997 Jan-Feb;25(1):63-6.
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