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Quinupristin-Dalfopristin
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eine neue Option gegen grampositive Erreger Originaltext aus ZCT 02-2000 ![]() Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Pristinamycine wurden
bereits 1962 als
Stoffwechselprodukt
von Streptomyces
pristinae spiralis isoliert. Die Pristinamycine werden mit weiteren,
ähnlich
strukturierten Antibiotika als Streptogramine zusammengefaßt. Man
hat sie früher auch als "synergistische Antibiotika“ bezeichnet,
da
sie aus zwei Fraktionen A und B bestehen, die sich in ihrer Wirkung
synergistisch
ergänzen. Die Naturstoffe sind für die antibakterielle
Therapie
ungeeignet, da sie meist schwer wasserlöslich sind. Aus den
Pristinamycinen
IA und IIA konnten jedoch halbsynthetisch die Derivate Quinupristin und
Dalfopristin hergestellt werden. In einer 30:70-Mischung stehen sie nun
unter dem Handelsnamen SYNERCID zur parenteralen Therapie zur
Verfügung.1
Strukturformel Quinupristin
Antibakterielle Wirkung
Quinupristin und Dalfopristin binden an
bakterielle
Ribosomen und hemmen
bei der Proteinbiosynthese die Elongation. Sie hemmen die Bildung der
Peptidbindung,
wodurch unvollständige Peptidketten gebildet werden. Aufgrund der
synergistischen Aktivität ist die antibakterielle Wirkung in
Kombination
etwa 10fach höher als die der Einzelkomponenten.
Es werden vor allem grampositive Erreger erfaßt. Von besonderer Bedeutung ist die hohe Aktivität des Kombinationspräparates gegen: - S. aureus und Koagulase-negative Staphylokokken, einschließlich Methicillin-resistenter Stämme (MRSA) und Glykopeptid-intermediärer Stämme (GISA), - Enterococcus faecium, einschießlich Ampicillin- und Glykopeptid-resistenter sowie Aminoglykosid-hochresistenter Stämme (E. faecalis ist resistent!), - sowie S. pneumoniae, einschließlich Penicillin- und/oder Makrolid-resistenter Stämme. Die minimalen Hemmkonzentrationen dieser Erreger liegen bei 1 mg/l oder darunter. Im gramnegativen Bereich des Spektrums erweisen sich M. catarrhalis und H. influenzae als empfindlich. Auch Neisserien, Mykoplasmen, Chlamydien und Legionellen sind sensibel, Enterobakterien und Pseudomonaden sind jedoch resistent. Pharmakokinetische Eigenschaften Die Eliminationshalbwertzeit wurde bei gesunden Probanden mit etwa 1 Stunde bestimmt. Die antibakterielle Wirkung hält jedoch länger an als aufgrund der kurzen Halbwertzeit vermutet werden kann. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich die Anreicherung in Makrophagen: in Leukozyten konnten bis zu 70fach höhere Konzentrationen nachgewiesen werden als im Plasma. Beide Wirkstoffe werden zu etwa 80% mit den Fäces ausgeschieden. Da die renale Elimination unbedeutend ist, muß die Dosierung bei Niereninsuffizienz nicht reduziert werden. Dagegen wird bei Patienten mit chronischer Leberinsuffizienz oder Zirrhose die Reduktion der Einzeldosis auf 5 mg/kg empfohlen. Therapeutische Anwendung Unerwünschte Wirkungen, Interaktionen Quinupristin-Dalfopristin ist ein Hemmstoff der hepatischen Monooxygenase CYP3A4. Dadurch ergeben sich potentielle Interaktionen mit anderen Arzneistoffen, die über dieses wichtige Fremdstoff-metabolisierende Enzym verstoffwechselt werden [z.B. Ciclosporin (SANDIMMUN), Indinavir (CRIXIVAN) und andere Proteaseinhibitoren). Andere Cytochrome werden offenbar nicht gehemmt. Zusammenfassung
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