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Moxifloxacin i.v. -
nun auch
zur intravenösen
Infusion
Unveränderter
Text
aus ZCT Heft 3, 2002
Aktuelle
Ergänzungen am Ende
des Textes
Vor etwa drei Jahren wurde
in dieser Zeitschrift
das neu eingeführte Moxifloxacin
(AVALOX) zur oralen Therapie
bakterieller
Infektionen ausführlich beschrieben (vgl. ZCT
1999; 20:35-36). Mittlerweile hat
sich das Chinolon als gut
verträgliches
und wirksames Arzneimittel bewährt. Angesichts einer Zahl von mehr
als 10 Millionen Patienten, die mit AVALOX in Tablettenform bis heute
behandelt
wurden, lässt sich auch feststellen, dass mit dem Medikament kein
Risiko für sehr seltene unerwünschte Wirkungen verbunden ist,
wie es bei einigen anderen Chinolonen nach der Markteinführung
bekannt
geworden ist.
Obwohl die Substanz praktisch vollständig aus
dem Magen-Darmtrakt resorbiert wird, erschien die Entwicklung einer
Zubereitung
zur intravenösen Applikation wünschenswert. Diese Lücke
wird durch die Einführung einer Infusionslösung (AVALOX 400
INFUSIONSLÖSUNG)
geschlossen. Ohne Zweifel besteht ein Bedarf für die
Infusionslösung,
denn schwerstkranke Patienten weisen gelegentlich veränderte
Resorptionsverhältnisse
auf, neigen zum Erbrechen oder können aus anderen Gründen
nicht
oral behandelt werden.
Strukturformel
Moxifloxacin
Antibakterielle Aktivität
Da die antibakterielle
Aktivität, die pharmakokinetischen
Daten und die klinischen Erfahrungen mit Moxifloxacin bereits
ausführlich
dargestellt worden sind, soll hier nur kurz an die wesentlichen
Eigenschaften
erinnert werden. Moxifloxacin besitzt von allen verfügbaren
Chinolonen
die höchste Aktivität gegenüber Pneumokokken: sowohl
Penicillin-sensible
als auch Penicillin-resistente Stämme von S. pneumoniae werden
durch
Konzentrationen von 0,125 mg/l gehemmt. Darüber hinaus erfasst
Moxifloxacin
auch andere klinisch bedeutsame Erreger von Atemwegsinfektionen,
einschließlich
der sogenannten atypischen Erreger.
Pharmakokinetische Eigenschaften
Am Ende einer einmaligen
intravenösen Infusion
über 60 Minuten wurden Spitzenkonzentrationen von 4,1 mg/l
erreicht
(zum Vergleich: 3,1 mg/l nach oraler Gabe). Die AUC-Werte, die nach
oraler
(35 mg/l x h) und intravenöser (39 mg/l x h) Gabe ermittelt
wurden,
unterscheiden sich aufgrund der guten Bioverfügbarkeit nur
minimal.
Zu den Vorteilen der Chinolone gehört ein relativ hohes
scheinbares
Verteilungsvolumen, es wurde für Moxifloxacin mit etwa 2 l/kg
Körpergewicht
berechnet.
Die Substanz wird nicht durch Monooxygenasen metabolisiert,
sondern in Form von zwei Phase-II-Metaboliten ausgeschieden (als
N-Sulfo-Metabolit
und Glucuronid). Die Eliminationshalbwertzeit liegt bei 11 bis 12
Stunden,
bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Kinetik nicht
verändert
und die Dosierung muss nicht reduziert werden; für
Dialysepatienten
liegen allerdings bisher keine Erfahrungen vor.
Indikationen, klinische Studien
Die Infusionslösung
mit 400 mg Wirkstoff ist
zur Behandlung der ambulant erworbenen Pneumonie zugelassen. Die
empfohlene
Infusionsdauer von 60 Minuten sollte nicht unterschritten werden. Bei
entsprechender
klinischer Situation kann die Behandlung mit der Tablettenzubereitung
fortgeführt
werden. In zwei umfangreichen klinischen Studien, von denen eine
doppelblind
durchgeführt wurde, ist die Wirksamkeit der Sequentialtherapie mit
einer einmal täglichen Gabe belegt worden. Die klinischen
Erfolgsraten
lagen in beiden Studien bei 85% der behandelten Patienten; die
Beurteilung
erfolgte bis zu vier Wochen nach der Behandlung. Als
Vergleichssubstanzen
dienten andere Chinolone Levofloxacin
(TAVANIC) bzw. Trovafloxacin
(nicht
mehr im Handel) oder Coamoxiclav (AUGMENTAN), das je nach klinischer
Situation
mit oder ohne zusätzliches Makrolid gegeben wurde. Während
die
Rate des klinischen Erfolgs bei den mit anderen Chinolonen behandelten
Patienten keinen Unterschied zum Erfolg bei den
Moxifloxacin-behandelten
Patienten aufwies, war die Behandlung mit Coamoxiclav statistisch
signifikant
weniger wirksam (74% Erfolg).
Verträglichkeit, Kontraindikationen
Die Sequentialtherapie mit
AVALOX war ähnlich
gut verträglich, wie die ausschließlich orale Behandlung mit
dem Präparat. Am häufigsten traten leichte gastrointestinale
Störungen auf. Moxifloxacin und andere Chinolone können –
ähnlich
wie zahlreiche andere Medikamente aus anderen Wirkstoffgruppen - Dosis-
bzw. Konzentrationsabhängig zu einer QT-Verlängerung
führen.
Unter therapeutischen Bedingungen ist dieser Effekt minimal und stellt
kein Risiko dar. Eine gleichzeitige Anwendung mit anderen Medikamenten,
die ein Potential zur QT-Intervall-Verlängerung aufweisen, sollte
nicht erfolgen. Des weiteren ist es sinnvoll, Moxifloxacin nicht bei
Patienten
mit angeborenen Störungen der kardialen Reizleitung, bei Patienten
mit Elektrolytstörungen (Hypokalimie, Hypomagnesiämie), bei
Bradykardie
oder anderen schweren kardialen Erkrankungen anzuwenden. Ähnliche
Einschränkungen gelten auch für andere Chinolone.
ZUSAMMENFASSUNG
Die
Einführung von Moxifloxacin zur Infusion (AVALOX 400
INFUSIONSLÖSUNG)
stellt eine sinnvolle Bereicherung der Möglichkeiten zur Therapie
schwerkranker Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie dar, da es im
Vergleich zu allen anderen Chinolonen die höchste Aktivität
gegen
Pneumokokken aufweist. Die Verträglichkeit entspricht der der
oralen
Zubereitungsform, die in den vergangenen Jahren bereits bei mehr als 10
Millionen Patienten angewandt worden ist.
AVELOX US Full
prescribing Information, 2005
Aktuelle Ergänzungen (Januar 2007)
Seit der Erstellung
und Veröffentlichung dieses Artikels
in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 3, 2002) sind
zahlreiche
weitere Arbeiten über Moxifloxacin i.v. publiziert worden.
Aufgrund der Sequenztherapie bei Moxfloxacin sind die Arbeiten bei Moxifloxcin
oral zu finden.
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