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Miltefosin
Miltefosin - eine neue Therapieoption bei Leishmaniasis Unveränderter
Text aus ZCT Heft 2,
2005 Die Leishmaniasis wird
durch
verschiedene Protozoen-Arten hervorgerufen und hat als Erkrankung vor
allem in
den Tropen und Subtropen, aber auch in Mittelmeerländern
Bedeutung. Die
viszerale Form („Kala-Azar“) wird vor allem durch L.
donovani hervorgerufen, die Haut-Leishmaniasis („Aleppobeule“)
meist durch L. tropica.
Südamerikanische Leishmania-Arten verursachen typischerweise
mukokutane
Krankheitsbilder. Insbesondere die viszerale Form stellt eine schwer
behandelbare, opportunistische Infektion bei immunsupprimierten
Patienten dar.
Sie führt meist innerhalb weniger Monate zum Tod. Als
mögliche Therapeutika
werden traditionell Antimonpräparate, verschiedene Azole,
Amphotericin
B (AMPHOTERICIN
B) oder Pentamidin (PENTACARINAT) eingesetzt. Die Wirksamkeit dieser
therapeutischen Alternativen ist oftmals nicht überzeugend und
meist mit
erheblichen Nebenwirkungen verbunden.
![]() Strukturformel Miltefosin
Bereits vor einigen
Jahren wurde über
den erfolgreichen Einsatz eines neuen Präparates in Indien zur
oralen
Kala-Azar-Therapie berichtet. Die vier-wöchige orale Gabe von
Miltefosin, das
nun unter dem Handelsnamen IMPAVIDO weltweit zur Verfügung steht,
erwies sich
in einer Dosierung von 2,5 mg/kg täglich als wirksam bei mehr als
90% der
Patienten.1 Als Nebenwirkungen traten vor allem leichte bis
mittelschwere gastrointestinale Beschwerden auf, bei 2 von 120
Patienten wurde
die Therapie abgebrochen wegen eines Anstiegs der Transaminasen oder
des
Kreatinins. In beiden Fällen normalisierten sich die Werte rasch
nach dem
Absetzen der Behandlung.
ZUSAMMENFASSUNG
Mit Miltefosin (IMPAVIDO) steht ein neues Präparat zur oralen Therapie der viszeralen Leishmaniasis zur Verfügung. Im Vergleich zu den bisher als Standardtherapeutika empfohlenen Substanzen weist das neue Präparat offenbar eine bessere Nutzen-Risiko-Relation auf. 1. SINDERMANN
H, ENGEL KR et al. Oral
miltefosine for leishmaniasis in immunocompromised patients:
compassionate use in 39 patients with HIV infection. Clin Infect Dis. 2004 Nov 15;39(10):1520-3. 2. JHA TK, SUNDAR S et al. Miltefosine, an oral agent, for the treatment of Indian visceral leishmaniasis. N Engl J Med. 1999 Dec 9;341(24):1795-800. 3. KUHLENCORD A, MANIERA T et al. Hexadecylphosphocholine: oral treatment of visceral leishmaniasis in mice. Antimicrob Agents Chemother. 1992 Aug;36(8):1630-4. Seit der Erstellung
und Veröffentlichung dieses Artikels
in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 2, 2005) sind
zahlreiche
weitere Arbeiten über Miltefosin publiziert worden. Insbesondere
soll an dieser Stelle auf die folgende Arbeit hingewiesen werden:
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