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ein Zytokin zur Stimulierung neutrophiler Granulozyten Unveränderter Text aus ZCT Heft 4, 1994 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Filgrastim (NEUPOGEN) ist ein Zytokin, das seit etwa 2 Jahren zur Behandlung schwerer Neutropenien zur Verfügung steht. Das Präparat enthält gentechnologisch mit Hilfe von E. coli gewonnenen G-CSF (= Granulozyten-Kolonien-stimulierender Faktor), der weitgehend mit dem humanen Protein identisch ist. Eine ausführliche Darstellung des Medikamentes erschien in dieser Zeitschrift vor etwa 2 Jahren (ZCT 13:12-14, 1992). Nun kommt mit Lenograstim (GRANOCYTE) ein neues Präparat auf den Markt, das dem Filgrastim klinisch weitgehend entspricht, jedoch auf andere Weise - gentechnologisch mit CHO-Zellen - hergestellt wird. Ein wichtiger Unterschied besteht darin, daß die neue Verbindung nicht nur die Proteinkette des Wachstumsfaktors enthält, sondern - dem natürlichen Vorbild entsprechend - auch glykosyliert ist: die Aminosäure an Position 133 ist mit einer Kohlenhydratkette verbunden.1,2 Das neue Präparat ist
ebenso wie die
vor 2 Jahren
eingeführte Substanz zur Verkürzung der Dauer schwerwiegender
Neutropenien und zur Reduktion der sich daraus ergebenden
Komplikationen
bei Patienten mit nicht-myeloischen malignen Erkrankungen angezeigt.
Wegen
der Glykosylierung ist das Glykoprotein bereits in niedrigeren
Konzentrationen
wirksam2. Ob sich daraus unter
klinischen
Bedingungen ein Vorteil ergibt, kann derzeit noch nicht beantwortet
werden.
Direkte klinische Vergleichsstudien zwischen beiden Präparaten
stehen
noch aus.
Lenograstim wird bei
Patienten mit
nicht-myeloischen malignen
Erkrankungen im Anschluß an einen Chemotherapiezyklus subkutan
injiziert.
Die empfohlene Dosis beträgt 5 µg/kg Körpergewicht. Die
Wirksamkeit und Unbedenklichkeit einer Behandlung mit G-CSF ist bei
Patienten
mit Myelodysplasie, akuter myeloischer Leukämie oder chronischer
myeloischer
Leukämie nicht nachgewiesen. Wegen möglicher Förderung
des
Tumorwachstums dürfen G-CSF-haltige Präparate bei myeloischen
malignen Erkrankungen nicht angewandt werden.
ZUSAMMENFASSUNG
Lenograstim (GRANOCYTE)
enthält den gentechnologisch gewonnenen hämatopoetischen
Wachstumsfaktor
G-CSF - ein Glykoprotein, welches das Wachstum von neutrophilen
Granulozyten
stimuliert. Es kann zur schnelleren Beseitigung von Neutropenien
angewandt
werden, die im Rahmen von zytotoxischer Chemotherapie bei malignen
Erkrankungen
auftreten. Das neue Präparat unterscheidet sich durch
Glykosylierung
vom Filgrastim
(NEUPOGEN), das bereits seit längerer Zeit
zugelassen
ist. Ein Vergleich beider Zubereitungen unter klinischen Kriterien ist
derzeit nicht möglich.
1. MACCONNACHIE
AM. Colony
stimulating factors: G-CSFs--filgrastim (Neupogen) and lenograstim
(Granocyte). Intensive Crit Care Nurs. 1998 Feb;14(1):49-50. 2. DONADIEU J, BOUTARD P et al. A European phase II study of recombinant human granulocyte colony-stimulating factor (lenograstim) in the treatment of severe chronic neutropenia in children. Lenograstim Study Group. Eur J Pediatr. 1997 Sep;156(9):693-700. 3. GISSELBRECHT C, HAIOUN C et al. Placebo-controlled phase III study of lenograstim (glycosylated recombinant human granulocyte colony-stimulating factor) in aggressive non-Hodgkin's lymphoma: factors influencing chemotherapy administration. Groupe d'Etude des Lymphomes de l'Adulte. Leuk Lymphoma. 1997 Apr;25(3-4):289-300. 4. FRAMPTON JE, YARKER YE et al. Lenograstim. A review of its pharmacological properties and therapeutic efficacy in neutropenia and related clinical settings. Drugs. 1995 May;49(5):767-93. 5. GISSELBRECHT C, PRENTICE HG et al. Placebo-controlled phase III trial of lenograstim in bone-marrow transplantation. Lancet. 1994 Mar 19;343(8899):696-700. 6. AAPRO MS, CAMERON DA et al. EORTC guidelines for the use of granulocyte-colony stimulating factor to reduce the incidence of chemotherapy- induced febrile neutropenia in adult patients with lymphomas and solid tumours. Eur J Cancer. 2006 Oct;42(15):2433-53. Epub 2006 Jun 5.
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