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ein Hemmstoff der HIV-Protease Unveränderter Text aus ZCT Heft 3, 1997 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes ![]() Strukturformel Indinavir Antivirale Aktivität
Indinavir hemmt die Virusreplikation in Konzentrationen von etwa 0,1 µM (=0,07 mg/l). Die Substanz besitzt eine etwa zehnmal höhere Selektivität für die Protease von HIV-1 im Vergleich zur Protease aus HIV-2. Auch im menschlichen Organismus gibt es Proteasen (Renin, Cathepsin D, Elastase, Faktor Xa), doch erfolgt durch die Hemmstoffe der viralen Protease wegen der Spezifität des Enzyms keine relevante Hemmung dieser humanen Proteasen. Pharmakokinetik Nach oraler Einnahme von 800 mg Indinavir im Nüchternzustand wurden im Plasma gesunder Probanden nach etwa einer Stunde Spitzenkonzentrationen von 11,7 µM (= 8,3 mg/l) gemessen. Bei HIV-positiven Patienten schwankten die Konzentrationen im Plasma bei Einnahme von dreimal täglich 800 mg im Mittel zwischen 7,9 und 0,14 mg/l. Fett- und proteinreiche Mahlzeiten verringern die Resorption beträchtlich, während durch leichte Mahlzeiten kaum eine Veränderung erfolgt. Es wird jedoch empfohlen, das Präparat nüchtern einzunehmen. Indinavir wird in relativ geringem Maße (zu 60%) an Plasmaproteine gebunden. Die Elimination erfolgt überwiegend hepatisch mit einer Halbwertzeit von 1,8 Stunden. Insgesamt
wurden sieben Metabolite ohne
wesentliche antivirale
Aktivität beim Menschen nachgewiesen. Der Pyridin- und der
Indanring
im Molekül des Arzneistoffes bilden die wichtigsten
Angriffsstellen
für das Cytochrom-Isoenzym CYP3A4, das an der Metabolisierung
überwiegend
beteiligt ist. Weniger als 20% einer Dosis werden im Urin
ausgeschieden.
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz und Zirrhose ist die Metaboliserung
verringert, die AUC-Werte sind deutlich höher und die Halbwertzeit
steigt auf 2,8 Stunden an.
Interaktionen Wie bei den anderen beiden Proteaseinhibitoren ist auch während der Therapie mit Indinavir mit vielfältigen Interaktionen zu rechnen. Nach Angaben des Herstellers sollen die folgenden Arzneimittel nicht gleichzeitig angewandt werden: Rifampicin (RIMACTAN u. a.), Terfenadin (TELDANE u. a.), Astemizol (HISMANAL), Cisaprid (ALIMIX u. a.) sowie einige Benzodiazepine. Bei gleichzeitiger Gabe der Nukleoside Zidovudin (RETROVIR) und Lamivudin (EPIVIR) sowie der Antiinfektiva Clarithromycin (KLACID) oder Cotrimoxazol (BACTRIM u. a.) sollen dagegen keine relevanten Wechselwirkungen auftreten. Auch mit einem oralen Kontrazeptivum (Norethisteron / Ethinylestradiol 1/35) wurden keine klinisch relevanten Interaktionen gesehen. Klinische Erfahrungen Die klinischen Studien wurden an verschiedenen Patientenkollektiven durchgeführt. Dazu gehören sowohl Patienten, die noch nicht antiretroviral behandelt wurden, als auch solche, bei denen eine entsprechende Therapie bereits erfolgte. Nach Angaben des Herstellers ergibt sich folgendes Bild von der klinischen Wirksamkeit des Medikamentes:2 Die empfohlene Dosierung beträgt 3 x täglich 800 mg oral in Kombination mit anderen HIV-wirksamen Substanzen. Niedrigere Dosierungen führen zu suboptimalen Ergebnissen. Bei 20 von 22 Patienten, die mit einer Dreifachkombination aus Indinavir, Zidovudin und Lamivudin behandelt wurden, waren nach 24 Wochen keine Virusspiegel mehr nachweisbar. Ein entsprechendes Ergebnis wurde bei 29 von 52 Patienten in der Zweifachkombination mit Zidovudin erreicht. Eine Monotherapie ist wegen der Resistenzentwicklung der Viren nicht sinnvoll. Derzeit werden klinische Studien mit verschiedenen Kombinationspartnern durchgeführt, die demnächst eine weitere Abschätzung der therapeutischen Möglichkeiten des neuen Arzneimittels erlauben werden. Die
Verträglichkeit war insgesamt
gut, doch traten
gastrointestinale Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und
Diarrhö
bei 10% bis 20% der Patienten auf. Auch Kopfschmerzen und Asthenie
wurden
ähnlich häufig von den Prüfärzten als
möglicherweise,
wahrscheinlich oder definitiv "arzneimittelbedingt" beurteilt. Die
häufigsten
unerwünschten Laborwertveränderungen waren Anstiege der
Transaminasen
oder des Bilirubins sowie eine Proteinurie. In Einzelfällen kam es
unter der Behandlung mit Indinavir zu einer Hepatitis. Obwohl bei
diesen
Patienten auch andere Ursachen für die Hepatitis in Frage kommen,
spricht doch der enge zeitliche Zusammenhang mit der Indinavirgabe
für
den Proteaseinhibitor als auslösenden Faktor. Es ist
empfehlenswert,
während der Therapie die Leberfunktionsparameter zu kontrollieren3.
Bei etwa 6% der Patienten wurde die Therapie wegen unerwünschter
Wirkungen
abgebrochen. Unter der Behandung mit Indinavir ist es zur Kristallurie
und Bildung von Nierensteinen gekommen4.
Die Patienten sollen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
(mindestens
1,5 Liter/Tag) achten.
ZUSAMMENFASSUNG 1. MOYLE G, GAZZARD B. Current knowledge and future prospects for the use of HIV protease inhibitors. Drugs. 1996 May;51(5):701-12. 2. CRIXIVAN Produktmonographie, MSD München, 1996 3. BRAU N, LEAF HL et al. Severe hepatitis in three AIDS patients treated with indinavir. Lancet. 1997 Mar 29;349(9056):924-5. 4. TASHIMA KT, HOROWITZ JD et al. Indinavir nephropathy. N Engl J Med. 1997 Jan 9;336(2):138-40.
Indinavir wird
dreimal täglich
eingenommen, was einen Nachteil gegenüber anderen
Protease-Inhibitoren
darstellt. Eine Kombination mit Ritonavir zur pharmakokinetischen
Verbesserung
ist möglich, hinsichtlich der Verträglichkeit bestehen jedoch
gewisse
Unsicherheiten. Eine Nephrolithiasis als typische Komplikation scheint
bei
„Boosterung“ häufiger zu sein.
VOIGT E, WICKESBERG A et al. First-line ritonavir/indinavir 100/800 mg twice daily plus nucleoside reverse
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