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ein weiterer Hemmstoff der reversen Transkriptase Originaltext aus ZCT 02-1999 ![]() ![]() Strukturformel Efavirenz
Wirkungsmechanismus, Resistenz Die Substanz gehört zu
den
Hemmstoffen der HIV- typischen
reversen Transkriptase - chemisch gesehen ist es jedoch kein Nukleosid.
Zwei andere "nicht-nukleosidische Hemmstoffe der reversen
Transkriptase" Delavirdin
(RESCRIPTOR) und Nevirapin
(VIRAMUNE) sind schon seit einigen Monaten bei uns
im Handel.
Pharmakokinetische Eigenschaften
Die maximalen Plasmakonzentrationen lagen bei einer Gruppe von HIV-infizierten Patienten nach Einstellung eines Fließgleichgewichts zwischen 5,6 und 12,9 µM (ca. 1,8 bis 4,1 mg/l). Efavirenz wird zu > 99% an Plasmaeiweiß gebunden und überwiegend über die Leber eliminiert. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt etwa 40 bis 50 Stunden. Die hepatische Metabolisierung erfolgt zunächst durch Cytochrom P450-abhängige Monooxygenasen (z. B. CYP3A4); die inaktiven, hydroxylierten Metaboliten werden dann glukuronidiert und eliminiert2 . Wechselwirkungen In-vitro-Untersuchungen zeigten, daß Efavirenz die P450-Isoenzyme CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4 im Bereich von therapeutisch relevanten Konzentrationen hemmt. In vivo führt Efavirenz auch zu einer Induktion der Monooxygenasen. Daraus ergeben sich zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten mit anderen, gleichzeitig gegebenen Arzneistoffen, die auch über diese Enzymsysteme metabolisiert werden. So wird zum Beispiel empfohlen, Midazolam (DORMICUM) und Cisaprid (PROPULSIN) nicht zusammen mit Efavirenz einzunehmen. Das gleiche gilt für Medikamente, die Ergotalkaloide enthalten. Für etliche weitere Arzneimittel wird eine Dosisanpassung empfohlen, wenn sie zusammen mit Efavirenz gegeben werden: die Dosis von Indinavir (CRIXIVAN) soll von 3 x 800 mg auf 3 x 1000 mg täglich erhöht werden. Es darf bei einer Beurteilung der Interaktionen nicht vergessen werden, daß die einfachen Angaben von Mittelwerten über veränderte Bioverfügbarkeiten oder Halbwertzeiten zu Fehlschlüssen führen können. Da die hepatischen Monooxygenasen einer erheblichen individuellen Variabilität unterliegen, muß auch bei den Wechselwirkungen mit großen Unterschieden zwischen den Patienten gerechnet werden. Therapeutische Anwendung
Unerwünschte Wirkungen
Kontraindikation: Schwangerschaft
ZUSAMMENFASSUNG Efavirenz (SUSTIVA) erweitert die Palette der verfügbaren Chemotherapeutika zur antiretroviralen Therapie. Es weist in vitro eine gute Aktivität gegen HIV-1 auf; nach oraler Gabe wird es gut resorbiert und mit einer relativ langen Halbwertzeit hepatisch eliminiert. In Kombination mit zwei Nukleosiden erwies es sich als ähnlich wirksam, wie ein Proteaseinhibitor. Als Nachteile müssen die hohe Rate von unerwünschten Wirkungen (ZNS, Haut) und die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten angesehen werden. Wegen teratogener Effekte im Tierexperiment ist Efavirenz in der Schwangerschaft kontraindiziert. 1.
YOUNG
SD, BRITCHER SF et al. L-743,
726 (DMP-266): a novel, highly potent nonnucleoside inhibitor of the
human immunodeficiency virus type 1 reverse transcriptase. Antimicrob Agents Chemother. 1995 Dec;39(12):2602-5. 2. ADKINS JC, NOBLE S. Efavirenz. Drugs. 1998 Dec;56(6):1055-64.
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