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Therapieoption bei Infektionen mit grampositiven
(Problem-) Keimen Antibakterielle Wirkung Daptomycin wirkt bakterizid. Die Substanz bindet an die Zytoplasmamembran durch eine Calcium-abhängige Insertion und bildet Ionenkanäle. Durch einen Kalium-Efflux kommt es zur Depolarisation der Zytoplasmamembran. Der bakterielle Zelltod tritt schließlich durch eine Dysfunktion bei der Protein-, DNA- und RNA-Synthese auf.2 In einer aktuellen europäischen Studie wurde die in-vitro-Aktivität von Daptomycin gegenüber frisch isolierten grampositiven Keimen bestimmt. Ingesamt nahmen 81 Zentren europaweit zwischen Oktober 2004 und März 2005 teil, ca. 2900 Bakterienisolate wurden getestet. Daptomycin zeigte hohe Wirksamkeit, insbesondere gegen hochresistente Stämme von Staphylokokken (MRSA) und Enterokokken (VRE). Die Wirksamkeit von Daptomycin war unabhängig von einer Resistenz gegenüber anderen Antibiotika. Nur 0,28% der Bakterienisolate waren unempfindlich gegenüber Daptomycin. Daptomycin wurde als gute Alternative für die Therapie von Infektionen mit grampositiven Bakterien eingeschätzt.1 Daptomycin steht als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung zur Verfügung. Die empfohlene Dosis für Erwachsene liegt bei 4 mg/kg KG einmal alle 24 Stunden für 7-14 Tage. Eine lineare Pharmakokinetik liegt in Dosen von bis zu 8 mg/kg bei einer Gabe als tägliche Einzeldosis bis zu sieben Tagen vor. Ab dem dritten Tag werden steady-state-Konzentrationen erzielt; die Halbwertzeit beträgt 8-9 Stunden.Eine orale Anwendung ist aufgrund der unzureichenden Resorption nicht möglich. Daptomycin verteilt sich hauptsächlich in stark vaskularisiertem Gewebe und passiert nur in geringem Maße die Bluthirn-, sowie die Plazentaschranke. Das Verteilungsvolumen liegt bei 0,1 l/kg.In vitro konnte keine bzw. nur eine begrenzte Metabolisierung unter Beteiligung des CYP450-Systems nachgewiesen werden. Die Elimination von Daptomycin erfolgt vorwiegend unverändert renal (siehe: Dosierung bei Niereninsuffizienz). Eine aktive tubuläre Sekretion scheint nicht vorzuliegen, da die gleichzeitige Verabreichung mit Probenecid (PROBENECID) keine Auswirkungen auf die Kinetik von Daptomycin hat. Die Plasma-Clearance liegt bei etwa 7-9 ml/h/kg, die renale Clearance bei 4-7 ml/h/kg.3 Interaktionen Wechselwirkungen in Verbindung mit dem CYP450-System sind durch Daptomycin nicht zu erwarten, da keine bzw. nur eine geringe Metabolisierung über diese hepatischen Enzyme erfolgt. Unerwünschte Wirkungen Die Verträglichkeit von Daptomycin ist nach Ergebnissen der DAP-SST Studien mit der der Referenzsubstanzen vergleichbar. Am häufigsten kam es zu Obstipation (6,2%), Übelkeit (5,8%), Reaktionen an der Injektionsstelle (5,8%) und Kopfschmerzen (5,4%).1,2 Zusammenfassung Es wird eine genaue Überwachung der Patienten und eine mindestens einmal wöchentliche Kontrolle der CPK-Werte empfohlen. Insgesamt kann Daptomycin als wichtige Bereicherung bei der Therapie von schweren Haut- und Weichgewebsinfektionen, insbesondere durch grampositive Problemkeime, eingestuft werden. 1. ARBEIT R.D., MAKI D. et al. Daptomycin The safety and efficacy of daptomycin for the treatment of complicated skin and skin-structure infections. Clin Infect Dis. 2004 Jun 15;38(12): 1673-81 2. La Plante K.L., Rybak M.J. Daptomycin - a novel antibiotic against Gram-positive pathogens. Expert Opin Pharmacother. 2004 Nov;5(11): 2321-31 3. Fachinfo CUBICIN, Chiron Corporation Limited, Februar 2006 4. Oleson, F.B. JR et al. Once-daily dosing in dogs optimizes daptomycin safety. Antimicrob Agents Chemother. 2000 Nov;44(11):2948-53 5. Papadopoulos, S. et al. Rhabdomyolysis during therapy with daptomycin. Clin Infect Dis 2006; 42: e108 - e110 1. HAIR PI, KEARN SJ. Daptomycin: a review of its use in the management of complicated skin and soft-tissue infections and Staphylococcus aureus bacteraemia. Drugs. 2007;67(10):1483-512. 2. FOWLER VG Jr, BOUCHER HW et al. Daptomycin versus standard therapy for bacteremia and endocarditis caused by Staphylococcus aureus. N Engl J Med. 2006 Aug 17;355(7):653-65. 3. LALANI T, BOUCHER HW et al. Outcomes with daptomycin versus standard therapy for osteoarticular infections associated with Staphylococcus aureus bacteraemia. J Antimicrob Chemother. 2008 Jan;61(1):177-82. 4. GORWITZ RJ. A review of community-associated methicillin-resistant Staphylococcus aureus skin and soft tissue infections. Pediatr Infect Dis J. 2008 Jan;27(1):1-7. 5. CREDITO K, LIN G et al. Activity of daptomycin alone and in combination with rifampin and gentamicin against Staphylococcus aureus assessed by time-kill methodology. Antimicrob Agents Chemother. 2007 Apr;51(4):1504-7. 6. PAI MP, NORENBERG JP et al. Influence of morbid obesity on the single-dose pharmacokinetics of daptomycin. Antimicrob Agents Chemother. 2007 Aug;51(8):2741-7. 7. GRIM SA, HONG I et al. Daptomycin for the treatment of vancomycin-resistant enterococcal infections. J Antimicrob Chemother. 2009 Feb;63(2):414-6. 8. MAVE V, GARCIA-DIAZ J et al. Vancomycin-resistant enterococcal bacteraemia: is daptomycin as effective as linezolid? J Antimicrob Chemother. 2009 Jul;64(1):175-80. 9. CHAKRABORTY A, ROY S et al. Comparison of the pharmacokinetics, safety and tolerability of daptomycin in healthy adult volunteers following intravenous administration by 30 min infusion or 2 min injection. J Antimicrob Chemother. 2009 Jul;64(1):151-8. |