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Zwei weitere parenterale Cephalosporine in der Bundesrepublik erhältlich Unveränderter Text aus ZCT Heft 5, 1983 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Einordnung Erst vor wenigen Monaten wurde in der Bundesrepublik Deutschland mit
Cefmenoxim
(TACEF) ein neues Cephalosporin-Derivat zugelassen (vgl. "ZCT" 4: 18, 1983).
Es besitzt sehr ähnliche Eigenschaften wie das schon länger bekannte
Cefotaxim
(CLAFORAN) (vgl. "ZCT" 1: 4, 1980).
Mikrobiologie Auf mikrobiologischem Gebiet zeigen beide Neueinführungen keine wesentlichen Unterschiede zu den Vorgängern. Sie besitzen identische antibakterielle Spektren wie z.B. Cefotaxim, was aufgrund der ähnlichen chemischen Struktur nicht überrascht. Ihre Wirkungsschwerpunkte liegen im gramnegativen Bereich. Zwar lassen sich bei einzelnen Keimen Aktivitätssteigerungen nachweisen (H. influenzae, N. gonorrhoe, P. mirabilis u.a.), doch dürften diese Unterschiede kaum von klinischer Bedeutung sein. Beim klinischen Einsatz dieser Antibiotika muß dagegen beachtet werden, daß ihre Wirkung gegen Enterokokken (Str. faecalis) und Pseudomonas spp. unzureichend ist, und bis zu 30% der Enterobacter- und Serratiastämme resistent sind. Auch Infektionen durch Staphylokokken und Bacteroides spp. gehören nicht zum Indikationsgebiet dieser Cephalosporine. Pharmakokinetik Ceftizoxim zeigt ein ähnliches pharmakokinetisches Verhalten wie Cefotaxim. Die Eliminationshalbwertzeit ist jedoch geringfügig verlängert (1,3-2,0 Stunden bei normaler Nierenfunktion). Etwa 80% des Antibiotikums werden über die Niere ausgeschieden - bei eingeschränkter Nierenfunktion ist deshalb eine Dosisanpassung erforderlich. Die Elimination erfolgt in unveränderter, mikrobiologisch aktiver Form - damit unterscheidet sich die Substanz vom Cefotaxim, das bekanntlich im Organismus teilweise zu einem mikrobiologisch schwächer wirksamen Produkt desacetyliert wird. Ceftriaxon hat andere pharmakokinetische Eigenschaften als die übrigen bisher bekannten ß-Lactam-Antibiotika: mit etwa acht Stunden besitzt es eine deutlich längere Eliminationshalbwertzeit. 24 Stunden nach einer intravenösen Injektion von 2,0 g Ceftriaxon wurden im Plasma noch Konzentrationen von über 10 mg/l gemessen. Die Substanz wird zu etwa gleichen Teilen unverändert über die Nieren und via Galle eliminiert. Eine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz ist nicht erforderlich. Im Blut ist der überwiegende Anteil des Antibiotikums (96%) an Plasmaproteine gebunden; bei sehr hohen Blutspiegeln beträgt der gebundene Anteil weniger als 90%. Klinik Die Verträglichkeit der beiden neuen Cephalosporine war bei Untersuchungen an gesunden Probanden ebenso wie während der klinischen Erprobung gut; Gerinnungsstörungen wurden nicht beobachtet. Insbesondere wurden nach Ceftriaxon - das ja zur Hälfte über die Galle eliminiert wird - gastrointestinale Unverträglichkeitsreaktionen nicht gehäuft notiert. Während der tierexperimentellen Prüfung waren jedoch bei hohen Dosen Ausfällungen des unlöslichen Calcium-Salzes von Ceftriaxon in der Gallenblase von Hunden aufgefallen - ein Charakteristikum, das nach den theoretischen Voraussetzungen und der bisherigen Erfahrung für den Menschen bei der Anwendung therapeutischer Dosen keine Bedeutung haben dürfte. Ceftriaxon kann aufgrund seiner pharmakokinetischen Eigenschaften in
relativ niedriger Dosierung von einmal täglich 2,0 g bei Infektionen
durch sensible Erreger eingesetzt werden. Für Ceftizoxim liegt die
vorgeschlagene Dosierung bei dreimal täglich 1,0 bis 4,0 g. Bedrohliche
sowie nosokomiale, gramnegative Infektionen, die durch multiresistente
Keime hervorgerufen werden, gehören sicher zu den hauptsächlichen
klinischen Indikationsgebieten dieser Präparate. In bestimmten Fällen
können sie auch bei Harnwegs-, pulmonalen und abdominellen Injektionen
oder bei Osteomyelitis eingesetzt werden, wenn z.B. kostengünstigere
Präparate wie Cefazolin (GRAMAXIN u.a.) aufgrund der Resistenzlage
nicht in Frage kommen. Ihr alleiniger Einsatz zur blinden Antibiotikatherapie
bei neutropenischen Patienten scheint in der augenblicklichen Situation
nicht gerechtfertigt. Hier kann vorläufig noch nicht auf Kombinationen
mit Aminoglykosid-Antibiotika verzichtet werden.
ZUSAMMENFASSUNG Ceftizoxim (CEFTIX) und Ceftriaxon (ROCEPHIN) sind die neuesten Produkte
der Cephalosporin-Forschung. Beide besitzen ein ähnliches antibakterielles
Spektrum wie Cefotaxim (CLAFORAN) mit Wirkungsmaximum
bei Erregern des gramnegativen Bereichs.
Ceftizoxim gehört zur Gruppe „Gruppe 3a„ oder 3. Generation
der parenteralen Cephalosporine (NN, Chemother. J. 1994; 3:101-115).
Seit der Erstellung und Veröffentlichung dieses Artikels in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 5, 1983) sind weitere Arbeiten über Ceftizoxim publiziert worden. Insbesondere soll an dieser Stelle auf die folgenden Publikationen hingewiesen werden: Neuhauser
MM, McKinnon PS, Hershberger E, Rybak MJ.
Williams-Bouyer
N, Hernandez A, Reisner BS.
Facca
B, Frame B, Triesenberg S.
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