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Unveränderter Text aus ZCT Heft 2, 1982 Aktuelle Ergänzungen am Ende des Textes Pilze sind in der Natur für ihr rasches Wachstum unter geeigneten
Lebensbedingungen bekannt. Auch der Volksmund spricht von "Pilzen, die
aus dem Boden schießen", wenn es gilt, eine extreme Vermehrungssituation
zu umschreiben.
Mikrobiologie1,2,3 In der Entwicklung der Cephalosporine ist eine Tendenz zur verbesserten
Aktivität im gramnegativen Bereich, bei Abnahme der Wirkung auf grampositive
Erreger, zu erkennen. Geht man von den jüngsten Vertretern der Gruppe
wie Cefoperazon (CEFOBIS) und Lamoxactam
(MOXALACTAM) aus, so wurde diese Linie bei Cefotiam nicht fortgesetzt.
Pharmakokinetik Cefotiam besitzt eine relativ kurze Halbwertzeit (45-55 min). Es wird zu 75% unverändert renal eliminiert. Die Proteinbindungsrate beträgt 40%. Klinik In mehreren klinischen Studien wurde seine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Harnwegs- und Atemwegsinfektionen nachgewiesen. Es wurde mit Erfolg in der Gynäkologie, Pädiatrie und anderen Fachrichtungen erprobt und erwies sich in Vergleichsuntersuchungen als ebenso effektiv wie z.B. Cefamandol (MANDOKEF). Im Vergleich zu Cefazolin konnte bei Harnwegsinfektionen eine geringe therapeutische Überlegenheit festgestellt werden. Ob sich das neue Mittel im klinischen Alltag behaupten wird, läßt sich heute noch nicht abschließend beurteilen. Sein etwas eingeschränktes Wirkungsspektrum im Vergleich zu den "Super-Breitspektrum-Antibiotika" bedeutet für den klinischen Einsatz nicht unbedingt einen Nachteil. Bei gleicher Wirksamkeit sollte immer das Präparat mit dem engsten Spektrum eingesetzt werden, um die Gefahren von Resistenzentwicklung und Superinfektionen möglichst gering zu halten. Ein weiterer nicht unwesentlicher Punkt, der für Cefotiam spricht, ist sein vergleichsweise niedriges Preisniveau. Dieser Vorteil wird allerdings erst bei der vom Hersteller empfohlenen niedrigen Dosierung von 2-mal 1,0 g/Tag voll zu Buche schlagen. Ob sich angesichts der kurzen Halbwertzweit der Substanz nicht doch eher eine 3 bis 4mal tägliche Gabe empfiehlt, bedarf der weiteren Klärung. Spätestens bei der empfohlenen Kombination mit Cefsulodin (PSEUDOCEF, PSEUDOMONIL) zur Erweiterung des Spektrums wird der Preisvorteil verschwinden - dieses "Pseudomonas-Antibiotikum" ist heute das teuerste Präparat unter allen Cephalosporinen. ZUSAMMENFASSUNG Cefotiam (HALOSPOR, SPIZEF) ist ein neues parenterales Cephalosporin
mit besseren mikrobiologischen Eigenschaften als Cefazolin (ELZOGRAM, GRAMAXIN).
Seine Wirksamkeit umfaßt allerdings nicht so viele Erreger wie die
kürzlich eingeführten Cephalosporine mit extrem weitem antibakteriellem
Spektrum. Es wird mit einer relativ kurzen Halbwertzeit von 50 Minuten
zu ca. 75% unverändert eliminiert. In einigen klinischen Untersuchungen
hat es sich vor allem bei Harnwegs- und Atemwegsinfektionen bewährt.
Cefotiam dürfte das dritte Basiscephalosporin - neben Cefazolin und
Cefaz.......(RE OSPORIN) - sein.
1 TSUCHIYA,
K. et al. Antimicrob. Agents Chemother. 14: 557-568, 1978
Cefotiam wird nach einer Einteilung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie in die "Gruppe 2" (sogenannte 2. Generation) eingeordnet (NN, Chemother. J. 1994; 3:101-115). Es besitzt damit ähnliche Eigenschaften wie Cefuroxim oder Cefamandol. Seit der Erstellung und Veröffentlichung dieses Artikels in der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 2, 1982) sind weitere Arbeiten über Cefotiam publiziert worden. Insbesondere soll an dieser Stelle auf die folgende Publikation hingewiesen werden: Brogard
JM, Jehl F, Willemin B, Lamalle AM, Blickle JF, Monteil H.
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