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Amorolfin -
ein neues, lokal
anwendbares Antimykotikum
zur Behandlung von Dermatomykosen
Unveränderter Text aus ZCT
Heft 3, 1993
Im Lauf der letzten Jahre hat sich die
Auswahl an Substanzen
zur Behandlung von oberflächlichen Mykosen der Haut und der
Nägel
deutlich verbreitert. Dennoch ist die Behandlung von Dermatomykosen
nach
wie vor langwierig und erfordert eine hohe Compliance von seiten des
Patienten.
Mit Amorolfin ist nun der erste
Vertreter aus der Gruppe
der Morpholinderivate in den Handel gekommen. Die Substanz ist
strukturell
weder mit den Azol-Antimykotika noch mit den Allylaminen oder
Polyenantimykotika
verwandt. Sie zeichnet sich durch eine große Lipophilie aus und
wird
in Form eines Nagellackes (5%) und einer Creme (0,25%) angeboten. Die
Substanz
greift in die Biosynthese des Zellmembranbestandteiles Ergosterol ein,
so wird die Delta14-Reduktase und die Delta7-Delta8-Isomerase
gehemmt.
Amorolfin wirkt fungizid gegen
Cryptococcus neoformans,
Histoplasma capsulatum, Wangiella dermatitidis, Trichophyton
mentagrophytes
und viele Stämme von Candida albicans. Gegen viele andere
Dermatophyten,
Hefen und dimorphe Pilze wirkt Amorolfin fungistatisch.
Das Antimykotikum wird nur lokal
angewandt, die Penetration
in die Nägel ist gut. Die perkutane Resorption steigt unter einem
Okklusionsverband deutlich an. Nach einer 24stündigen
Behandlungsperiode
wurden im Mittel 7% der aufgetragenen Dosis im Urin und Fäzes
wiedergefunden.
Therapeutische Wirksamkeit
Für die Behandlung der Onychomykose
wird eine 5%ige
Lackzubereitung angeboten, die einmal in der Woche aufgetragen wird.
Die
klinische Wirksamkeit dieses anwendungsfreundlichen Therapieansatzes
ist
mit verschiedenen Dosierungen des Antimykotikums untersucht worden,
muß
allerdings erst noch in vergleichenden Untersuchungen mit etablierten
Standardbehandlungen
geprüft werden. Die Wirksamkeit der Cremezubereitung in der
Behandlung
superfizieller Dermatomykosen wurde mit der von Bifonazol (MYCOSPOR)
verglichen,
beide Präparate zeigten vergleichbare Ergebnisse.
Die Gesamtinzidenz der
unerwünschten Wirkungen (Erythem,
Pruritus, leichtes Brennen) lag bei 5,3% und stieg bei Anwendung in
Hautfalten
auf 8%, was auf eine verstärkte Mazeration und dünne
Hautbeschaffenheit
zurückgeführt wird.
ZUSAMMENFASSUNG
Amorolfin (LOCERYL)
ist ein neuartiges, lokal anwendbares Antimykotikum. Es kann zur
Behandlung
von Onychomykosen und Dermatomykosen eingesetzt werden. Die einmalige
Anwendung
pro Woche für die Behandlung der Onychomykose ist mit Sicherheit
Compliance-fördernd,
sie muß ihre klinische Wirksamkeit im Vergleich zu anderen
Antimykotika
aber erst noch belegen. Die Wirksamkeit der Cremezubereitung in der
Behandlung
oberflächlicher Dermatomykosen entspricht der etablierter
Antimykotika,
so daß die Therapiekosten den Stellenwert dieser neuen Substanz
mitbestimmen
werden.
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