Streptococcus viridans
(aus
ZCT 1-2005)
Morphologie, Kultur und Zellaufbau
Die in
der „Viridans“-Gruppe zusammengefassten Streptokokken
gehören aufgrund
ihrer physiologischen und zellstrukturellen Merkmale sowie
Antigeneigenschaften
verschiedenen Spezies an. Auf Blutagar-Platten bildet sich meist
entweder ein
vergrünender Hof um die Kolonien (vergrünende Streptokokken, alfa-Hämolyse)
oder eine makroskopisch nicht sichtbare
Hämolysezone (nicht-hämolysierende Streptokokken, gamma-Hämolyse)
aus. Die wichtigsten Spezies der „Viridans“-Gruppe
sind S. mutans, S. mitis, S. sanguinus,
S. anginosus, S. oralis und
S. salivarius. Die meisten Spezies sind
Bestandteil der
normalen Mundflora. Sie werden daher auch als „orale“ Streptokokken
bezeichnet.
Als Krankheitserreger sind einige Spezies bei der Genese der infektiösen Endokarditis sowie Zahnkaries beteiligt. S. mutans ist offenbar in besonderem Maße in der Lage sich an die den Zahnschmelz bedeckenden Proteine zu legen und aus Saccharose (Rohrzucker) extrazelluläre Polysaccharide aufzubauen. Die in diesen klebrigen Substanzen eingebetteten Bakterienzellen, sowie weitere sich dort ansiedelnde Bakterienarten (Plaquebakterien), bilden organische Säuren, die den Zahnschmelz schädigen.
Bei Leukämiepatienten können „Viridans“-Streptokokken eine schwere Sepsis mit Schock verursachen.
Die
Techniken zur Anzüchtung
und Identifizierung der „Viridans“-Streptokokken
unterscheiden sich nicht von den Verfahren für andere
Streptokokken. Als
Untersuchungsmaterialien kommen vorrangig Blutkulturen, Biopsie- und
Abszessmaterial in Frage. Die Kultivierung erfolgt auf Blutagar-Platten
in CO2-angereicherter
Atmosphäre.
Inzwischen findet sich weltweit, abhängig von der Region und der Grunderkrankung, bei bis zu mehr als 50% der Stämme eine verminderte Penicillin-Empfindlichkeit (MHK > 0,25 mg/l). Für Deutschland liegen keine präzisen Angaben vor.
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