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(aus ZCT Heft 6, 1995) Kasuistik: Ein 52-jähriger sonst gesunder Patient klagt über eine seit vielen Wochen bestehende Verfärbung seiner Fußnägel, insbesondere des linken Fußes im Bereich der Zehen 1 und 2. Die befallenen Zehennägel sind verdickt und zeigen bei der Inspektion eine weißlich-gelbliche, z. T. auch angedeutet bräunliche Verfärbung. Der Patient berichtet, daß diese Verfärbung sich langsam von der Spitze der Nägel nach innen entwickelt habe. Wesentliche Symptome wie Schmerzen oder Entzündungszeichen werden nicht angegeben. Bemerkung: Der lokale Befund mit einer Verdickung und der typischen weißlich-gelblich sowie angedeutet auch bräunlichen Verfärbung der Nägel deutet auf eine Pilzinfektion hin. In der Differentialdiagnose müssen akute oder subakute andere entzündliche Ursachen ausgeschlossen werden. Ätiologie: Der häufigste Erreger der Onychomykose ist T. rubrum, aber auch andere Trichophytonarten wie T. mentagrophytes oder T. soudanense können als Erreger nachgewiesen werden. Sehr selten werden Candida spezies, Hendersonula sowie Scytalidiom spezies isoliert. Weiterhin werden Fusarium Spezies sowie Scopulariopsis brevikaulis als Erreger beschrieben. Therapie: Bei frühzeitiger Behandlung eines
wenig bis mittelgradig ausgeprägten Befundes, kann durchaus eine Lokalbehandlung
erfolgen. Hierbei werden zumeist Mischungen aus keratolytisch wirkenden
Substanzen (z. B. Harnstoff) mit antimykotischen Pharmaka in Form von Lösungen,
Salben oder Cremes angewandt. Präparate aus der Gruppe der Azole wie
z. B. Miconazol (DAKTAR u. a.), Clotrimazol (CANESTEN u. a.) oder Bifonazol
(MYCOSPOR) sowie andere Substanzgruppen z. B. Amorolfin (LOCERYL) werden
eingesetzt. Bei ausgeprägterem Befund der Onychomykose wurde früher
häufig orales Griseofulvin (FULCIN u. a.) verabreicht. Heute ist diese
Substanz wegen der möglichen Interaktionen und hepatischen Nebenwirkungen
weitgehend ersetzt worden durch Terbinafin (LAMISIL) oder Itraconazol (SEMPERA).
Die letztere Substanz muß allerdings bei Mykosen der Zehennägel
in einer Dosis von 200 mg täglich über drei Monate verabreicht
werden. Zu beachten ist die relativ hohe Rückfallquote von bis zu
60 % nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung.
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