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HNO-Infektionen
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Die Empfehlungen
zur antimikrobiellen
Chemotherapie unterliegen aus mehreren Gründen einem
kontinuierlichen
Wandel.
1 - Im Durchschnitt wird in
Deutschland etwa
alle drei Monate ein Arzneimittel zur antiinfektiven Therapie
eingeführt
- es steht also eine stetig wachsende Anzahl von alternativen
Substanzen
zur Verfügung. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass
damit
die bisher angewandten Antibiotika überflüssig würden -
im Gegenteil, es kann sogar oft ratsam sein, bei länger bekannten
Antibiotika zu bleiben.
2 - Ein wichtiger Grund, die antibakterielle
Chemotherapie
kritisch zu überprüfen und zu aktualisieren, liegt in der
Resistenzentwicklung
der Erreger. Dieses Problem muss differenziert betrachtet werden:
während
sich die Resistenzlage bei einigen Spezies über Jahrzehnte kaum
verändert
hat, ergaben sich bei anderen Keimarten in den letzten Jahren
dramatische
Veränderungen.
3 - Der praktisch tätige Arzt sieht
sich auch mit
einer kontinuierlichen Veränderung der Patientencharakteristika
konfrontiert:
das Durchschnittsalter steigt, Patienten mit infektiologischen
Problemen
bei Grunderkrankungen werden häufiger und die Zahl der Patienten
mit
geschwächtem Immunsystem nimmt zu.
4 - Schließlich sei daran erinnert,
dass im letzten
Jahrzehnt auch zahlreiche Infektionserkrankungen erstmalig beschrieben
worden sind, die heute in die differentialdiagnostischen
Überlegungen
einbezogen werden müssen.
Wir möchten diesen Veränderungen, die
sich
in der Therapie von Infektionskrankheiten kontinuierlich ergeben,
Rechnung
tragen und im Rahmen der Serie "Antibiotikatherapie im ärztlichen
Alltag" unseren Lesern kurze Fallberichte, die möglichst praxisnah
sein sollen, vorstellen. Anhand dieser kurzen Kasuistiken - die
übrigens
auch aus dem Bereich unserer Leserschaft kommen können - sollen
die
möglichen Alternativen einer antimikrobiellen Therapie diskutiert
und mit Vor- und Nachteilen dargestellt werden. Es sollen hier sowohl
solche
Fälle vorgestellt werden, die in der Praxis des niedergelassenen
Arztes
häufig behandelt werden, als auch seltene Kasuistiken, die den in
der Klinik tätigen Arzt vor Probleme stellen können.
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