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(aus ZCT, Heft 1, 1995, aktualisiert) Kasuistik: Bei einem 47-jährigen Patienten besteht seit zwei Tagen ein Furunkel im Bereich des rechten Nasenflügels. Die Beschwerden haben rasch zugenommen. Bemerkungen: Furunkel werden durch Staphylokokken hervorgerufen. In der Regel werden Furunkel chirurgisch behandelt. Eine Ausnahme stellen Nasen- und Lippenfurunkel dar, hier kommen primär Antibiotika zum Einsatz. Als wichtige Komplikationen können sich eine Orbitalphlegmone, eine Sinus-cavernosus-Thrombose oder eine Meningitis entwickeln. Eine rechtzeitige Antibiotikatherapie ist daher notwendig. Therapie: Der Patient wird zehn Tage lang mit dem Penicillinase-festen Penicillin Flucloxacillin (STAPHYLEX) behandelt. Die Dosierung beträgt dreimal täglich 1000 mg (je zwei Kapseln à 500 mg). Das Präparat soll nüchtern verabreicht werden. Gastrointestinale Beschwerden (Appetitlosigkeit, Übelkeit) sind die häufigsten unerwünschten Wirkungen, die während der Behandlung auftreten können. Kontraindikationen: Penicillinallergie. Alternativen: Andere Isoxazolyl-Penicilline, wie zum Beispiel Dicloxacillin (DICHLOR-STAPENOR; dreimal täglich 1 g), können ebenso angewandt werden. Ein weiteres ß-Laktamantibiotikum, das bei Staphylokokken-Infektionen eingesetzt werden kann, ist Cefalexin (CEPHALEX, dreimal täglich 1000 mg). Bei Penicillinallergie kann mit Clindamycin (SOBELIN; dreimal täglich 300 mg) behandelt werden. Ein Vorteil dieses Antibiotikums besteht in der guten Gewebegängigkeit. Ungeeignet in diesem Fall: Penicillin V (ISOCILLIN u.a.)
soll bei Staphylokokken-Infektionen nicht eingesetzt werden, da die Mehrzahl
der Staphylokokken-Stämme Penicillinase bilden. Einige der neueren
Oralcephalosporine [Cefpodoxim
(ORELOX, PODOMEXEF), Cefixim
(CEPHORAL)] sind gegen Staphylokokken nicht ausreichend wirksam und dürfen
nicht bei entsprechenden Infektionen angewandt werden.
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