Fieber nach Tropenreisen
(aus ZCT 6-2003, aktualisiert)
Kasuistik:
Ein 22 Jahre alter Patient kommt in die Praxis und berichtet
von seit über 14 Tagen bestehenden Fieberschüben mit Schüttelfrost,
Nachtschweiß, Kopf- und Rückenschmerzen. Aus der Anamnese ist
zu entnehmen, dass der Patient vor vier Monaten eine Reise nach Ekuador
und Peru unternommen hatte mit zahlreichen Aktivitäten in ländlichen
Bereichen und im Dschungel. Vor der Reise hatte er Impfungen gegen Hepatitis
B und Gelbfieber erhalten sowie zur Malariaprophylaxe täglich Doxycyclin
(VIBRAMYCIN u.a.) eingenommen.
Diagnostik:
Die körperliche Untersuchung des Patienten verlief
weitgehend unauffällig, ein Hautexanthem oder vergrößerte
Lymphknoten konnten nicht festgestellt werden; es bestand keine Nackensteifigkeit,
die physikalischen Befunde von Lungen, Herz, Abdomen und Extremitäten
waren völlig normal. Die Körpertemperatur betrug 36,8°C,
die Urinuntersuchung war positiv auf Eiweiß, Bilirubin und Urobilirubin.
Die Laboruntersuchungen ergaben eine geringe Anämie und mäßige
Transaminasenerhöhung. Gleichfalls zeigte das EKG einen Sinusrhythmus
in einer Frequenz von 93 pro Minute mit geringen, unspezifischen ST- und
T-Veränderungen. Ein Blutausstrich in Form eines „dicken Tropfen“
ergab Parasiten in vergrößerten Erythrozyten und bestätigte
die vermutete Malariainfektion. Die weitere Analyse zeigte eine Infektion
durch Plasmodium vivax.
Besonderheiten der Diagnostik: Bei der Anamneseerhebung von Patienten mit Symptomen nach einer Tropenreise sollte besonderer Wert gelegt werden auf die exakten Reisedaten, die Inhalte der Reise (beruflich, touristisch, Abenteuerreise), Art der Unterkünfte, durchgeführte Aktivitäten (Schwimmen, Zelten, Dschungelwanderungen, sexuelle Aktivitäten etc.), Ess- und Trinkgewohnheiten (Aufnahme von nicht gekochtem Wasser, Zufuhr von nicht ausreichend gekochter oder gebratener Nahrung), Kontakt zu Wildtieren, Insektenstiche, Einnahme von Medikamenten und Impfanamnese. Hinsichtlich der Inkubationszeiten von Tropenerkrankungen bestehen große Unterschiede, wie aus der Tabelle entnommen werden kann.
Therapie:
Die Malariatherapie bei diesem Patienten bestand aus
Chloroquin (RESOCHIN u.a.) und Primaquin (in Deutschland nicht im Handel).
New
Engl J Med 2003; 349: 287-295
< 10 Tage
|
Epidemisches haemorrhagisches
|