Cephalosporine zur parenteralen Gabe
(aus ZCT 3-2001,
empf. Zitierweise: NN. Zeitschrift für Chemotherapie 2001; 22: 20-21)
(aktualisiert)
Im Jahre 1993 wurde von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie eine Konsensuskonferenz über "Cephalosporine zur parenteralen Applikation" durchgeführt, die in Form einer zusammenfassenden Arbeit wenig später publiziert wurde.1 Ausgehend vom antibakteriellen Spektrum und unter Berücksichtigung der pharmakokinetischen Eigenschaften wurden insgesamt 18 Cephalosporine in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die möglichen Indikationen dieser Antibiotika wurden präzisiert und detaillierte Empfehlungen ausgesprochen für ihren Einsatz bei Infektionen der unteren Atemwege oder des Urogenitaltraktes sowie ihre mögliche Anwendung in der Chirurgie, in der Intensivmedizin, in der Pädiatrie und der Onkologie.
Die Konsensuskonferenz war vor allem angesichts der häufig beklagten "Flut" von parenteralen Cephalosporinen notwendig geworden, die es dem durchschnittlich informierten Arzt im Krankenhaus kaum noch gestatteten, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Inzwischen hat sich die Situation wesentlich geändert: von den ursprünglich 18 Antibiotika sind viele nicht mehr im Handel. Mittlerweile werden nur noch 9 Cephalosporine in der "Roten Liste 2001" aufgeführt.
Wir möchten mit der folgenden Tabelle zur Transparenz bei dieser Arzneimittelgruppe beitragen. Es zeigt sich, dass ähnlich wie in anderen Arzneimittelgruppen nur jene Produkte langfristig am Markt bleiben, die entweder als erste eingeführt wurden und daher bereits lange bekannt sind, oder die einen klaren Vorteil im Vergleich mit den anderen Produkten aufweisen. Mittelfristig ist zu erwarten, dass weitere Cephalosporine zurückgenommen werden, denn rational begründet und im klinischen Alltag erforderlich sind sicher nur maximal drei oder vier dieser Antibiotika. Bleibt zu hoffen, dass sich eine ähnliche "Marktbereinigung" demnächst auch bei den Cephalosporinen zur oralen Applikation ergeben wird.
1) NN Chemother. J. 1994; 3:101-115
Cephalosporine zur parenteralen Applikation
Nur die fettgedruckten Präparate
sind zur Zeit in Deutschland im Handel!
Einteilung nach
Konsensuskonferenz der Paul-Ehrlich-Gesellschaft,
Chemotherapie Journal 1994; 3:101-115
(Marktsituation aktualisiert)
| Generischer Name | Handelsname | Hersteller |
| Fett-Grau = aus dem Handel (adH) | (Beispiel) | (Beispiel) |
Gruppe 1 (1. Generation): Diese Cephalosporine erfassen grampositive
und einige gramnegative Bakterien. Sie sind stabil gegenüber
der Penicillinase aus Staphylokokken.
Sie sind nicht stabil gegenüber den Betalaktamasen aus gramnegativen
Bakterien.
| Cefazolin | Elzogram | Lilly |
| Cefazedon (adH) | Refosporin | Merck |
| Cefamandol (adH) | Mandokef | Lilly |
| Cefuroxim | Zinacef | Hoechst/Glaxo |
| Cefotiam | Spizef | Takeda Pharma/Grünenthal |
| Cefmenoxim (adH) | Tacef | Takeda Pharma/Grünenthal |
| Cefodizim (adH) | Modivid | Hoechst |
| Cefotaxim | Claforan | Hoechst |
| Ceftizoxim (adH) | Ceftix | Boehringer Mannheim |
| Ceftriaxon | Rocephin | Roche |
| Cefoperazon (adH) | Cefobis | Pfizer |
| Ceftazidim | Fortum | Cascan |
| Cefpirom (adH) | Cefrom | Hoechst |
| Cefepim | Maxipime | Bristol-Myers Squibb |
| Cefsulodin (adH) | Pseudocef | Takeda Pharma/Grünenthal |
| Cefoxitin | Mefoxitin | MSD-Pharma |
| Cefotetan (adH) | Apatef | ICI-Pharma |
| Flomoxef (adH) | Flomoxef | Shionogi |
Zeitschrift für Chemotherapie 2001;22:20-21