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ZCT Aktuell
Dezember 2009

Oseltamivir-resistente Influenza A / H1N1-Viren


Influenza A / H1N1-Viren in deren Neuraminidase die Aminosäure Histidin gegen Tyrosin an Position 275 ausgetauscht wurde (H275Y), sind resistent gegen Neuraminidaseinhibitoren. Die Erreger besitzen jedoch eine abgeschwächte Fähigkeit zur Replikation und sind weniger pathogen als die Viren ohne Resistenz. Es ist bekannt, dass sich diese Erreger weltweit verbreiten. Allerdings wurden überwiegend immungestörte Patienten infiziert. Aus dem Robert Koch-Institut, Berlin, wird erstmals berichtet, dass diese Viren auch bei Patienten ohne Grunderkrankungen Infektionen verursachen und an andere sonst gesunde Patienten weitergegeben werden können. Dies wurde in zwei Familien gezeigt. Ein sechsjähriger Junge, bei dem einen Tag nach Beginn der Symptomatik der Oseltamivir-resistente H1N1-Stamm nachgewiesen wurde, infizierte seinen dreijährigen Bruder, bei dem bereits zwei Tage später Symptome auftraten. In einer weiteren Familie war es ein 12-jähriger Junge, der seinen Bruder und offenbar auch seine Eltern infizierte. Obwohl die resistenten Viren eine abgeschwächte Pathogenität haben, können sie sich unter Personen ohne Grunderkrankungen ausbreiten.

 

FOLGERUNG DER AUTOREN: InfluenzaA-H1N1-Viren mit Resistenz gegen Oseltamivir (TAMIFLU) können sich unter Personen ohne Grunderkrankungen ausbreiten, obwohl ihre Fähigkeit zur Replikation reduziert ist.

 

DUWE, S. et al.

                            J Clin Virol 2009; 46:295-297





 


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